Schlagwort-Archiv: Erklärung

Mai 19 2015

3 Pers. duschen mit 12 Volt Strom ?

Seit ca. 8 Wochen duschen wir nun ohne den 28.000 Watt (!!!) 380 Volt Durchlauferhitzer,
und ohne eine Solarthermieanlage, sondern ausschließlich mit dem 12 Volt Gleichstrom
unserer PV-Module. Wie genau funktioniert das bei uns ?
Nun, wir haben einen 9 Liter Dispenser den wir mit fast 10 Liter kaltem Wasser füllen.
Über Nacht kann sich das Wasser der Raumtemperatur anpassen, und liegt dann bei ca. 20°C

DSC00276_(1024_x_768)Wenn wir duschen wollen, stecken wir einfach den HS-Sieder oben in die Öffnung,
und schalten mit dem Hochstromschalter den 12 Volt Strom frei.
Es fliessen ca. 32 Ampere. Keine Angst, 12 Volt Gleichstrom ist auch in Verbindung
mit Wasser vollkommen ungefährlich, im Vergleich zu 230 Volt Wechselstrom.

DSC00307_(1024_x_768)Nach 30 Minuten rühren wir das Wasser im Dispenser einmal um, da sich das heisse Wasser
oben ansammelt und mit dem unteren, kalten Wasser vermischt werden muss.
Nach weiteren 15 Minuten Aufheizzeit ist das Wasser auf ca. 40°C erwärmt.
Entweder duscht man dann gleich oder setzt den Deckel vom isolierten Dispenser drauf
und duscht später. Die Isolierfähigkeit von Dispensern ist aber nicht mit Thermoskannen zu vergleichen.

Nun wird einfach der Stecker von der Campingdusche in unsere normale 12 Volt Steckdose
gesteckt, und der Schlauch mit der daran befindlichen Pumpe in den Dispenser getaucht.
Dann den Duschkopf ausrichten oder in die Hand nehmen und den am langen
Stromkabel befindlichen, spritzwassergeschützten, Schalter betätigen..
Nun summt es ganz leise und man kann duschen.

DSC00414_(1024_x_768)Je nachdem wie stark man den Durchlauf am Duschkopf wählt,
schwankt die Duschzeit beträchtlich. Wir haben den Durchlauf um
ca. zwei Drittel geschlossen und können damit bequem und entspannt duschen.
Das Wasser wird sehr fein geperlt.

Nach dem duschen füllen wir den Dispenser gleich wieder mit kaltem Wasser,
damit es sich bis zum nächsten Einsatz wieder erwärmen kann.

Auch wenn es abenteuerlich anmutet so zu duschen, aber das ist es gar nicht !
Man duscht in seiner bisherigen Umgebung, das Wasser ist herrlich warm,
und es fliesst noch viel sanfter aus dem Duschkopf als bei normalem Leitungsdruck.
Einzig das man das Wasser vorher erwärmen muss ist der gravierenste Unterschied
und dass das Design der Dusche nun nicht gerade einen Designerpreis verdienen wird.

Fazit:

Das Duschen mit 12 Volt < all inklusiv > ist ohne großem Aufwand möglich.
Im Winter erwärmt man das Wasser zum duschen auf dem Kaminofen,
ab März bis Oktober mit dem 12 Volt PV-Strom.
Im Sieder habe ich nur zwei der sechs Heizstäbe in Betrieb, und trotzdem sind
die fast 10 Liter Wasser in nur 45 Minuten kuschelige 40°C warm.
Mit der leisen Pumpe und den feinen Löchern im Duschkopf ist ein entspanntes
duschen möglich. Wenn wir das so weiterführen, werde ich das Ganze noch schöner
machen, einen schöneren Schalter fest verbauen, kleinere Stecker/Steckdosen nutzen,
und einen „normalen“ Duschkopf auf eine entsprechende Durchflussmenge umbauen.

Hier geht es ja jetzt erstmal nicht darum ob etwas schön aussieht, oder schnell, schnell vonstatten geht.
Es geht darum ob man unkompliziert, ohne großen technischen Aufwand, einzig mit
einer kleinen 1 kwp PV-Anlage warm/heiss duschen kann.
Die Tatsache das dies geht, beweisen wir jeden Monat 24x.

Die Sonne scheint für uns

Thomas Zimmer

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Aug 05 2014

Was passiert eigentlich…

… wenn ich den 230 Volt Ausgang eines Sinus-Wechselrichter
mit einer Steckdose verbinde die noch am normalem Stromnetz „hängt“ ?
Knallt es mächtig, resp. sprechen die elektr. Sicherungen des Wechselrichters an ?
Oder speise ich dann 230 V ins Stromnetz ein, und, sofern ich einen alten Zähler habe,
läuft mein Stromzähler rückwärts ?
Oder… passiert nichts ?

Peter Kastl gibt uns die Antwort darauf:

Vergiss es lieber.
Dein WR bringt irgendetwas so um die 230V AC mit ungefähr 50 Hz. Er ist nicht synchronisiert mit der Netzspannung. Wenn nun z.B. dein WR die positive Halbwelle erzeugt, genau in dem Moment, in den die Netzspannung die negative bringt, hast du einen Kurzschluss an einer Spannungsquelle von +230V x  Wurzel 2 (Spitzenspannung) zu -230V x  Wurzel 2 (Spitzenspannung) = 650V.
Der WR verabschiedet sich für immer und evtl. hast du noch einen Schaden an der Hausverkabelung.
Hierfür gibt es extra Einspeise-WR.
Die haben im Wesentlichen 2 Effekte:
– synchronisation auf Netzspannung (gleiche Phasenlage)
– Erhöhung der WR-Ausgangsspannung, so dass sie geringfügig höher als die Netzspannung ist.
Dadurch, dass die WR-Ausgangsspannung höher ist, kommt dann erst ein Stromfluss über die Netzimpedanz zusammen.
Wenn du das so machst und in deinem Hausnetz weniger verbrauchst als der WR erzeugt und du noch einen alten Zähler hast (ohne Rücklaufsperre), dann dreht der Zähler tatsächlich rückwärts.
Danke Peter für deine Erklärung.
Die Sonne scheint für uns
Thomas Zimmer

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Feb 25 2014

Gespräch mit Steca

Nun habe ich ein paar Infos von einem Support Mitarbeiter bei Steca bekommen,
die es mir ermöglichen die Zeitspanne für das Ausgleichsladen zu verändern.
Der Laderegler summiert nämlich die Zeitspanne auf den ganzen Tag zusammen,
und wenn die dann nicht erreicht wurde, durch Wolken, hohe Stromentnahme aus den
Akkus und dem daraus resultierenden Spannungsabfall, dann dauert es natürlich
bis die Akkus wieder auf dem Spannungsniveau der Ausgleichladung sind.
Etwas unverständlich ?
Okay, nehmen wir an die Ausgleichladungs-Entspannung ist auf 15,0 Volt
eingestellt (Ori-Einstellung für flüssiges Elektrolyt), dann wird der Laderegler
so lange die volle Power in die Akkus schieben bei die Akkus 240 Minuten lang
diese Spannung hatten, danach schaltet der Laderegler in den Erhaltungsmodus
und regelt die Leistung von den PV Modulen herunter weil die Akkus voll sind.
Das hat bei mir aber nicht geklappt, da die Akkus auch am Tage belastet wurden,
(wenn die Leistung nur durch die PV nicht ausreicht) und ich hier noch Abschattungen habe,
aufgrund der Bäume von Nachbarn.

Im Gespräch habe ich erfahren das man den Zeitraum für die Ausgleichsladung
verändern kann. AHA… das habe ich aber bisher nicht gefunden !
Erklärung: Diese Einstellung findet man im Expertenmodus.
Tja, da komme ich aber nicht rein, Passwort !
Erklärung: Das Passwort steht im Handbuch.
Nein, bei mir nicht.
Erklärung: Es steht nur in der PDF Version welche auf der Seite des Ladereglers,
bei Steca zum download bereit gestellt ist.

Nun habe ich den Zeitraum von 240 Minuten auf 60 Minuten geändert,
die Ausgleichsladungs-Endspannung auf 14,8 Volt gesetzt und 1 Stunde später
haben die Laderegler umgeschaltet.

Ich denke das ist jetzt eine gesunde Einstellung für meine Akkubank.
Ach ja, wer sich das Suchen des Passwortes sparen möchte, es lautet:
17038

Die Sonne scheint für uns

Thomas Zimmer

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Jan 07 2014

Erklärung von Steca zum pulsen

Ein Mitarbeiter von Steca hat mir heute ausführlich in einer Email
erklärt wie es zu dem kurzen Pulsen des Lastausgangs, das ich hier beschrieben habe, kommt.
Hier nun die ungekürzte Erklärung:

Der Effekt den Sie beobachten ist bei allen PWM Ladereglern prinzipbedingt vorhanden. Per Definition kann ein PWM Laderegler nur entweder die ganze PV Energie an den Akku geben oder nichts. Je nach PWM Reglertyp (also Serien- oder Shuntregler) wird in der Zeit wo keine Energie in den Akku fließt entweder das PV Modul in den Leerlauf gebracht (also der Stromkreis geöffnet, so der Fall im Serienregler) oder kurz geschlossen (beim Shunt-/Hybridregler). All unsere Laderegler mit Display (also auch der Tarom 4545), und somit die hochwertigsten Laderegler, schließen das Modul Kurz wenn nicht geladen wird. Das passiert aus drei möglichen Gründen:

1. Die Nacht wird erkannt und somit das Modul kurz geschlossen damit nicht Energie vom Akku ins Modul fließt.
2. Weil der Akku voll ist wird nur ein Teil der Energie benötigt. Es wird immer abwechselnd Energie an den Akku gegeben und das Modul kurz geschlossen, so dass im Mittel nur der benötigte Strom in den Akku geht und dieser nicht überladen wird. Dies ist das Prinzip der PWM.
3. Um periodisch (genau wie Sie beobachten, etwa alle 10 Sekunden) die Ruhespannung des Akkus zu messen (die Messung findet im Bruchteil einer Sekunde statt). Diese Spannung ist eine wichtige Kenngröße in der Laderegelung, damit nicht nur die Spannung im Ladezustand sondern auch ruhend ermittelt werden kann. Dies ist für eine präzise Ladekurve notwendig. Gleichzeitig wird auch die Leitungskompensation errechnet um den Spannungsabfall zwischen Laderegler und Akku zu kompensieren.

Ich vermute sehr stark, dass es in Ihrem Fall um die dritte Möglichkeit geht, sofern die Akkus nicht voll sind. Dieses Verhalten hat nichts mit dem Lastausgang zu tun denn die Spannung am Lastausgang ist die Gleiche wie direkt am Akku (genau genommen ist sie immer wenige Millivolt niedriger als am Akku). Während also das Modul kurz geschlossen wird, sinkt, je nach Verhältnis von Akkugröße/Qualität zum Ladestrom, die Akkuspannung und damit natürlich auch die Spannung am Lastausgang.
-Ende der Email

Wer also auch am Tage, während die Sonne auf die PV-Module scheint,
Licht in einem fensterlosen Raum benötigt, sollte die Last direkt von den Akkus
abnehmen damit nicht alle 10 Sekunden das Licht kurz „zuckt“, oder vor die
Lampe einen Kondensator einschleifen der dann diese kurze Stromunterbrechung überbrückt.
Wer aber die Last direkt von den Akkus nimmt hat u.a. keine aufgezeichneten Daten vom
Tarom 4545 über seinen Verbrauch. Dafür benötigt man dann einen Shunt.
Falls mir die Firma Steca diesen zur Verfügung stellt, stelle ich euch diesen gern vor.

Die Sonne scheint für uns

Thomas Zimmer

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